Der Maiskolben ist als eine Ähre mit verdickter Hauptachse, der Spindel, anzusehen. Die den Kolben einhüllenden Lieschblätter stellen Blattscheiden dar. Der Schaft des Kolbens wird aus dünnen und kurzen Internodien gebildet, deren Entwicklung in allen Blattachseln angelegt ist. In der Regel kommt es aber nur in halber Höhe des Stängels zur vollen Ausbildung von einem oder auch von zwei weiblichen Blütenständen. Die Narbenfäden jeder befruchtungsfähigen Blüte sind so stark verlängert, dass sie aus den Lieschblättern hervordringen, um befruchtungsfähige Pollen aufzunehmen.
Reihenförmiger Kornansatz wird häufig am reifen Kolben sichtbar. In diesen Fällen blieb eines der beiden Blütchen in den paarweise angeordneten Ährchen steril. Werden beide befruchtet, kommt es zu gegenseitiger Behinderung in der Kornentwicklung und zu unregelmäßiger Verteilung der Körner, was häufig an der Kolbenbasis zu finden ist. Die Kolbenentwicklung wird bevorzugt von der Assimilationsleistung des direkt unterhalb ansetzenden Blattes beeinflusst.
Da die Rispenblüte 2-4 Tage vor Erscheinen der Narbenfäden der eigenen Pflanze einsetzt (Protandrie), erfolgt fast ausschließlich Fremdbefruchtung (über 90 %). Die höher sitzenden Kolben werden naturgemäß zuerst befruchtet. Zweitkolben weisen in der Regel schlechtere Befruchtungen auf. Für die Befruchtung ist eine feuchtwarme Witterungsperiode von Vorteil. Große Hitze oder anhaltende Regenfälle zur Zeit der Blüte, die etwa Mitte bis Ende Juli stattfindet, führt zu Fertilitätsproblemen. Nach der Befruchtung trocknen die Narbenfäden ein und es kommt zur Kornbildung.